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Buchpräsentation und Diskussion

leerDie Architektur der Fläche (Buchpräsentation Margit Ulama) / Urheberrecht und Forschung (Diskussionsrunde)

leer06.12.2007 | 19:00

leerVeranstaltungsort: Kanzlei Höhne, In der Maur & Partner Rechtsanwälte
Mariahilfer Straße 20, 1070 Wien

Buchpräsentation

Margit Ulamas Buch „Die Architektur der Fläche“ stellt einen vergessenen Topos der Moderne in den Mittelpunkt. Im frühen 20. Jahrhundert etablierte sich der abstrakte, weiße Kubus als Inbegriff avancierter Architektur. Zugleich wurde er dekonstruiert: Das Gegenmodell bildete das „Kartenhaus“, das sich aus abstrakten Flächenelementen zusammensetzte. Berühmtes Beispiel: der Barcelona-Pavillon von Mies van der Rohe. Das Buch diskutiert die historischen Grundlagen an der Schnittstelle von bildender Kunst und Architektur und zieht einen Bogen in die Gegenwart. Anhand realisierter case studies international renommierter Architekturbüros wie Peter Zumthor, Jabornegg & Pálffy, Coop Himmelb(l)au, Jean Nouvel, OMA/Rem Koolhaas, MVRDV und UNStudio wird die vielfältige Entwicklung der Architektur in der Gegenwart dargestellt.
Ulama kommt in ihrer Publikation zu zwei Schlüssen: Zum einen verbindet sich der Topos der Flächen-Konzeption immer wieder mit einer avancierten Form des Raumes, und zwar sowohl im Zusammenhang mit der Kunst als auch im Kontext der Architektur. Zum anderen zeigte sich über die Zeiten hinweg – von Le Corbusier bis zu Richard Serra – die besondere Bedeutung jener These des Internationalen Stils, die von „bloßen“ Flächen spricht, die ein Volumen umhüllen. Im Mittelpunkt steht nun nicht mehr der Baukörper in seiner Massivität. Das Projekt stellt außerdem Themen, die bisher nur punktuell im Diskurs auftauchten – zum Beispiel das Thema der sich topologisch verformenden Fläche, um nur eine Facette herauszugreifen – in einen übergeordneten Zusammenhang. Dadurch wird schließlich nicht nur auf die Gegenwart ein neuer, geschärfter Blick geworfen, sondern auch auf die Vergangenheit.

Margit Ulama
Die Architektur der Fläche
Geschichte und Gegenwart
Mit einem Vorwort von Werner Oechslin.
Folio Verlag, Wien/Bozen 2007
246 Seiten, 25 EUR


Podiumsdiskussion

In der Diskussion um Urheberrechte in der Architektur(-fotografie) wird ein Aspekt oft ausgelassen: der des wissenschaftlichen Arbeitens mit Werken anderer, also etwa die Forschung über zeitgenössische Architektur. Während der private Gebrauch von geschützten Werken meist frei ist und der kommerzielle nicht, ist die Situation in der Wissenschaft komplizierter, hier gilt das Zitatrecht. Das Zitieren von Texten ist jahrhundertealter Brauch und somit gut abgesichert. Bei Bildern und anderen Quellen wie gebaute Architektur ist das Zitieren unklarer – die Lage ist gesetzlich uneindeutig, sodass Entscheidungen oft bei Gerichten liegen werden. In der Forschung wirkt sich diese Unsicherheit negativ auf die wissenschaftliche Innovation aus, egal ob man von Publikationen spricht oder von Ausstellungen und anderen Medien.

Podiumsgäste: Thomas Höhne, Michael Nentwich und Margit Ulama; Moderation: Robert Temel.

Margit Ulama
geboren 1960, lebt in Wien. Architekturtheoretikerin, Kuratorin von Wettbewerben und Symposien, Jurorin. Betreibt das Büro für Architektur_Theorie_ Organisation in Wien. Initiatorin und Kuratorin des Architekturfestivals „Turn On“, das seit 2003 jährlich in Wien stattfindet. Freie Mitarbeiterin u. a. der „Neuen Zürcher Zeitung“ und der „Presse/Spectrum“; Vorträge zur zeitgenössischen Architektur im In- und Ausland. Publikation u.a.: Architektur als Antinomie. Aktuelle Positionen und Tendenzen, Wien 2002. http://www.ulama.at

Thomas Höhne
geboren 1953, Studium der Rechtswissenschaften, der Handelswissen­schaften, der Politikwissenschaft und der Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Wien. 2001 Begründung von Höhne, In der Maur & Partner Rechtsanwälte. Tätigkeitsschwerpunkte: Medien- und Informationsrecht, Internetrecht, Immaterialgüterrecht, Vertragsrecht, Wirtschaftsrecht, Vereinsrecht. Publikation u.a.: Architektur und Urheberrecht, Theorie und Praxis: Ein Leitfaden für Architekten, Ingenieure und deren Rechtsberater, Wien 2007.
http://www.h-i-p.at


Michael Nentwich
geboren 1964, Studium der Handelswissenschaften, Politikwissenschaft und Rechtswissenschaften. Zahlreiche Publikationen im Bereich des Europarechts und der Verfassungspolitik der EU, Research Fellow an den Universities of Warwick and Essex (England); Gastwissenschafter am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln. Seit Jänner 2006 Direktor des Instituts für Technikfolgen-Abschätzung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. Publikation u.a.: Cyberscience. Research in the Age of the Internet, Wien 2003.
http://eiop.or.at/mn




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