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leerSolidarität - Wie entstehen demokratische Räume

"Social space is produced and structured by conflicts. With this recognition, a democratic spatial politics begins." (Rosalyn Deutsche)

"... Der Begriff [Solidarität] macht nur... [...] dort Sinn, wo man sich solidarisch erklärt mit anderen, die nicht ohnehin Teil derselben Gemeinschaft sind. Wäre dies der Fall, handelte es sich nicht um Solidarität, sondern um bloße Interessenspolitik einer Gruppe zu eigenen Gunsten... Solidarisch kann ich nur mit jemandem sein, dessen Position sich von meiner unterscheidet.“ (Oliver Marchart)

Architekturproduktion scheint gegenwärtig zu einem großen Teil aus Aquise, Wettbewerbsteilnahmen, Werbemaßnahmen, Abwehrstrategien gegen Honorardumping, Hinterfragung der Kammerstrukturen etc. zu bestehen. Sorgen und Terminnöte, wie sie sich auch aus Konkurrenzdruck, Flexibilisierungszwang und Karriere-Imperativen ergeben, lassen oft wenig Zeit für konzeptuelle, reflexive Grundsatzfragen wie etwa die Fragen, was wir denn da eigentlich tun und bauen, wie, wo, für wen oder auch warum?

Mit dem Jahresprogramm „Solidarität“ wollen wir eben nicht „uns selbst“ oder die Arbeitsbedingungen der Architektur thematisieren, nicht Interessenspolitik (im Sinn des zweiten Motto-Zitats) machen, sondern solidarisch mit denen sein, die sich von uns unterscheiden: Das bedeutet noch einmal etwas anderes als – wie es ja oft (und zurecht) geschieht – die NutzerInnen verstärkt ins Zentrum zu stellen; denn oft sind die, mit denen Architektur solidarisch sein sollte, gar nicht als NutzerInnen (aber auch nicht als PlanerInnen) sichtbar oder haben keine Stimme.

Zusätzlich zu den Formen der Kritik, die der Moderne die Dogmatisierung von Effizienz und Funktionalität auf Kosten der Komplexität von Architektur vorwerfen, ist uns mittlerweile auch die Kritik an den unökologischen Aspekten einer standardisierenden Rationalität des modernen Bauens geläufig. Wenn allerdings Ressourcenknappheit es nötig zu machen scheint, Prioritäten zu setzen, dann können diese in der gegenwärtigen Architekturdiskussion nicht unhinterfragt ausschließlich in Richtung Energie(-Ersparnis) und damit einer „neuen Effizienz“ gehen. Vielmehr bedarf es der Frage nach neuen Möglichkeiten einer demokratischen Raumpolitik, die auch und gerade in und aus der Krise sichtbar werden.

Das oegfa Jahresprogramm 2011 stellt Solidarität mit den Anderen in den Vordergrund, selbst wenn dies Entsolidarisierung mit dem Eigenen bedeuten kann: mit der uns zugedachten Rolle und den von uns akzeptierten Aufgabenfeldern, mit vorbeschriebenen Projekten und unveränderbar scheinenden Ungerechtigkeiten. (Und von Beginn an zeichnen sich mögliche Problemlagen und "Fallen" in dieser Betonung solidarischer Architektur ab: so etwa die Gefahr, in ein paternalistisches, "fürsorgliches" Für-andere-Handeln zu verfallen, oder die Verwechslung von Architektur mit Sozialarbeit – letzteres ein Selbstmissverständnis, dem wohl durch intensives Fragen nach Formen und Ästhetiken von solidarischer Architektur zu begegnen wäre.)
Text: Gabu Heindl


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